Donnerstag, 10. November 2011

Martinstag

Als ich klein war gab es am Martinstag Martinsgansessen bei Freunden, Laternenumzüge in der Schule und frisch gebackene Stutenkerle. Dass das Martingansessen noch von vielen Familien zelebriert wird, bezweifle ich. Aber zumindest die Tradition der St.-Martins-Umzüge wird von den Berlinern fleißig gepflegt. Alljährlich kann man am Abend des 11. November kleine Gruppen von Kindern beobachten, wie sie, so scheint es, von ihren flackernden Lichtern geleitet, durch die dunklen Straßen laufen. Hier und da erklingen lachende Stimmen und fröhliche Lieder zwischen den hohen Wohnhäusern.

Illustration von Jasmin Allenfort

Als Kind fand ich es großartig, in der winterlichen Abendluft die Straßen entlang zu spazieren, um einen herum die vielen anderen hübschen Laternen, die an der Spitze des Zuges, die sich meistens schon um die nächste Straßenecke geschlängelt hat, zu kleinen hüpfenden Lichtpunkten werden. Man wetteifert mit den anderen um die schönste, bunteste oder ausgefallenste Laterne und schwingt sein Licht mit solchem Elan hin und her, dass jeden Moment ein neues Teelicht, entweder das eigene oder das der Freundin, erlischt. Irgendwann fangen dann die Füße von alleine an zu stolpern, die Hände werden einem kalt und man verliert die Lust am Umherstreifen. Dann ist es Zeit für ein großes Lagerfeuer, an dem man sich die ausgekühlten Hände und Füße aufwärmen kann, für ein kleines St. Martins-Schauspiel und leckerste Stutenkerle... 

Für alle, die noch keine Laterne für den morgigen Umzug haben: Bastelzeug herausgekramt und hier geguckt! Da gibts Bastelanleitungen für einige hübsche Exemplare.

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