Dienstag, 31. Januar 2012

Anne liebt Philipp

In einem ist sich Anne ganz sicher: Verliebt sein ist nur was für Erwachsene! Und Jungs interessieren sie eh nicht. Sie rauft lieber mit ihrem Bruder, fährt Rad, klettert auf Bäume oder macht Unsinn mit ihrer besten Freundin Beate. Doch dann zieht Philipp in die Stadt und Anne ist sich sofort sicher: Jetzt hat es auch bei ihr geknallt. Leider ist Anne nicht die einzige, die sich in den Neuen verguckt hat. Auch Ellen, das beliebteste Mädchen der Schule, findet ihn toll. Es scheint, als hätte die wilde Anne gegen die Klassenschönheit keine Chance.
 Doch nicht nur, dass Anne nicht mit den Talenten Ellens mithalten kann, sie ist auch nicht besonders gut in der Schule. Das einzigartige an Anne ist ihre ausgeprägte Fantasie. Wenn Sie nicht mit Beate umherzieht, versinkt sie in Tagträumen und spinnt Gruselgeschichten über das Haus, in das Philipp eingezogen ist. 

Anne erzählt von Helga, dem Mädchen das einst in dem Haus lebte, dann aber auf gespenstische Art umkam und deren Geist jetzt in dem Haus spukt. Mit verschiedenen, ausgeschmückten  Versionen über Helgas Tod gruselt Anne ihre Freunde, doch was keiner von ihnen weiß: Für Anne ist Helga keine Horrorfigur. Ganz heimlich sieht sie sich selbst in Helga und träumt ihre eigenen Gefühle und erlebten Situationen in eine andere Welt hinein. Ihre Fantasie macht sich Anne auch im Kampf gegen Rivalin Ellen zu Nutze. Denn Aufgeben kommt für sie überhaupt nicht in Frage! So schmiedet Anne gemeinsam mit Beate Pläne, um ihre Konkurretin auszustechen. Ganz klar, dass sie in diesem hitzigen Kampf auch selbst den ein oder anderen peinlichen Rückschlag einstecken muss.

Anne liebt Philipp - Ein Film, dem es gelingt, einen authentischen Einblick in die Gefühlswelt junger Menschen zu geben, die gerade dabei sind etwas zu entdecken, das in unserer Erwachsenenwelt eine große Rolle spielt: Die Zuneigung zum anderen Geschlecht. Auch wenn diese sich hier "nur" in Liebesbriefen, albernen Bekundungen über die besten Freunde und Küssen beim Flaschendrehen äußert, so sind die Tatsache, dass man solch eine Empfindung überhaupt spüren kann, die ersten Schmetterlinge im Bauch und das Kribbeln beim Anblick des Begehrten für Anne und ihre Freunde die spannendsten Entdeckungen seit langem. Ein außergewöhnlicher und toller Film und eine wirklich gute Abwechslung zu den ewig gleichen, knallbunten und lauten Rapunzel und Co-Verfilmungen. (Der Film basiert übrigens auf dem bereits 1984 erschienenen Kinderbuch von Vigdis Hjorth Jørgen + Anne = Für immer.)

Wer noch nicht überzeugt ist, Trailer anschaun und ab ins Kino!

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