Mittwoch, 22. August 2012

Kindergeburtstag im Orient

 Letztes Jahr gings in den Klettergarten, dieses Jahr mussten wir uns etwas neues einfallen lassen. Gar nicht so einfach. Kaum ist eine Idee da, katapultiert sie sich auch schon wieder selbst ins Aus: Schwimmen gehen? - Bestimmt macht das Wetter nicht mit! Filmeabend zu Hause? - Im August doch nicht! Gesellschaftsspiele spielen? - Mit neun 9-jährigen Mädels? Topfschlagen? - Topfschlagen??? 
Ein Themengeburtstag im Garten? - Joah, klingt erst einmal nicht schlecht!
 Aber welches Thema? Hmm...
Piraten? - Trotz Emanzipation und Recht auf Ringelleggins und Augenklappen: Zu männlich! Prinzessinnen und Feen? - Auf keinen Fall! Da werden schließlich auch die Mädels irgendwann zu alt für - und wegen der Emanzipation! No more rosa Tüll!
Puuh... schwierig!
Wie wäre es mit fremden Kulturen? Einem Afrika-Geburtstag? Afrika...Afrika...da will mir nichts Kreatives zu einfallen. Vielleicht eher was orientalisches? Ein großes buntes Zelt im Garten mit bunten Tüchern und Kissen. Bauchtanz-Musik, eine Schatzsuche und Henna-Malerei? Klingt doch schon besser. Und ein Elefant? Ein grauer, dickhäutiger Riese, der, 9 kreischende Mädchen auf dem Rücken, durch die Kolonie galoppiert, dass die Äpfel von den Bäumen plumpsen und ganze Gartenzwergfamilien köpfen. Ein Tröten, das die Rentner vor Schreck aus ihrem sonntäglichen Mittagsschlaf in den Hollywoodschaukeln fallen. Könnte mir gefallen. Wohl aber den Nachbarn nicht. Streichen wir den Elefanten und konzentrieren uns auf den Rest!


Wir verhängen ein großes, weißes Party-Zelt an den Seiten mit bunten Stoffen (traumhafte Stoffe gibt es sehr günstig auf dem Türkenmarkt am Maybachufer in Kreuzberg), legen den Boden mit Decken und Tüchern aus. Als Sitzgelegenheit dienen bunte Kissen, flache Korbhocker als kleine Tischchen.
Aus alten Deko-Kisten und verschiedenen Wohnungsbeständen sammeln wir Teelichter, Laternen und Souvenirs. Schon ist das magische Zelt fertig. Sieht wirklich toll aus! Oder?


Wir veranstalten eine Schatzsuche quer durch die ganze Kolonie. Der verschwundene Schatz des Maharadscha muss gefunden werden. Er schlummert ganz nah - wer hätte das gedacht - im Gartenschuppen, zwischen verrosteten Geräten und Spinnennetzen
Zur Stärkung nach der kräftezehrenden Suche gibt es Reissalat, Hähnchenkeulen und Fladenbrot, Melone, Obstspieße und Johannisbeer-Kokos-Törtchen.

 
 

Und was haben die Mädels sich Mühe gegeben mit ihren Outfits: Tücher in allen Farben, behängt mit klimpernden, goldenen Talern, Armreifen mit bunten Steinen und glitzernde Fußkettchen zu Hauf. Es gibt sogar einen Turban und ein Paar Sultanschläppchen. 
Da es nun doch recht warm geworden ist, gehts zwischendurch zur Abkühlung unter den Wasserstrahl des Gartenschlauchs. Schmuck und Gewände werden abgelegt, Bikinis und Badeanzüge angezogen und dann gehts raus auf den Kolonie-Gang. Hier kann man am besten vor dem kalten Wasserstrahl flüchten oder Hand in Hand Anlauf nehmen, um mit den Freundinnen kreischend in den erfrischenden Regen hineinzurennen.
  
 

Am Spätnachmittag folgt dann das lang erwartete Schminken: Mit Kajalstiften und Theaterschminke in allen Farben zaubert Jasmin den Mädchen Blumenornamente und Muster aus der Henna-Malererei auf Unterarme, Beine, Füße und Hände. So lange bis fast kein Körperteil mehr frei ist: 
Bekomme ich noch eine Blume auf meine Hand?
Mama, wir können noch nicht gehen, hier ist noch ein Stück auf meinem Arm frei!


Und als dann irgendwann alle Kinder abgeholt sind, das Gras nass und es kühl im Garten wird, wollen wir das Zelt eigentlich noch gar nicht abbauen, die Musik nicht abstellen, sondern am liebstem noch ein bisschen zwischen Decken, Tüchern und Laternen vor uns hinträumen. Was für ein schöner Geburtstag!

1 Kommentar:

  1. hey das sieht toll aus ich werd mir was vom schminken abgucken aber so gut krieg ich das wahrscheinlich net hi dankefür die vielen anregungen ;.)

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